Legionellen sind Bakterien, die in Wasserleitungen leben und beim Einatmen von vernebeltem Wasser gefährliche Lungenentzündungen auslösen können. In Frankfurt sind besonders ältere Gebäude mit langen oder selten genutzten Warmwasserleitungen betroffen.
Was sind Legionellen und wie entstehen sie?
Legionellen gehören zur natürlichen Wasserflora, sind aber in größeren Mengen gesundheitsgefährlich. Sie vermehren sich besonders stark bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 50 Grad Celsius. In Warmwasserleitungen, die selten genutzt werden oder wo das Wasser zu lauwarm bleibt, finden sie ideale Bedingungen.
Risikobereiche in Frankfurter Gebäuden sind unter anderem: Duschen in Kellern oder Gästebädern, die wochenlang unbenutzt stehen, sowie schlecht isolierte Warmwasserleitungen, die sich durch Wandnähe zu kühlen Rohren abkühlen.
Wer muss auf Legionellen prüfen?
Für Betreiber von Trinkwasseranlagen in Mehrfamilienhäusern und gewerblichen Gebäuden gilt laut Trinkwasserverordnung eine Prüfpflicht. In Frankfurt gilt das für zentrale Warmwasseranlagen mit einem Inhalt von mehr als 400 Litern oder mit mehr als 3 Litern Inhalt in der Zirkulationsleitung. Hauseigentümer und Vermieter sind hier in der Verantwortung.
Vorbeugende Maßnahmen
- Warmwasser dauerhaft auf mindestens 60 Grad halten (Legionellen sterben bei dieser Temperatur ab)
- Selten genutzte Entnahmestellen regelmäßig durchspülen - mindestens einmal pro Woche für einige Minuten
- Tote Leitungsenden (Stichleitungen) vermeiden oder entfernen
- Regelmäßige thermische Desinfektion der Anlage
Was tun bei Legionellenbefall?
Bei einem positiven Befund müssen Fachleute die Anlage thermisch oder chemisch desinfizieren. In Frankfurt gibt es zugelassene Fachbetriebe für Trinkwasserhygiene. Die Kosten variieren stark nach Anlagengröße und Befallsstärke.
Häufige Fragen
Kann ich selbst auf Legionellen testen?
Nein. Legionellen lassen sich nicht mit einfachen Schnelltests nachweisen. Es braucht eine Wasserprobe, die von einem akkreditierten Labor analysiert wird. In Frankfurt gibt es entsprechende Labore und Fachbetriebe für Trinkwasseruntersuchungen.
Wie gefährlich sind Legionellen wirklich?
Für gesunde Erwachsene ist das Risiko gering. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen, Raucher und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Die sogenannte Legionärskrankheit ist eine schwere Lungenentzündung, die ohne Behandlung lebensbedrohlich sein kann.
Reicht normales Kochen des Wassers aus?
Zum Trinken und Kochen ja - Kochen tötet Legionellen ab. Das eigentliche Risiko besteht jedoch beim Duschen, wenn Wassertröpfchen eingeatmet werden. Deshalb ist die Temperaturkontrolle im Leitungssystem entscheidend, nicht nur beim Trinken.